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Aktenzeichen – Rechtkommentare – Informationen

„Aktenzeichen setzen sich bei Gerichtsentscheidungen zusammen aus der Nummer des Spruchkörpers (z.B. Nummer der Kammer oder des Senats), dem Registerzeichen, einer laufenden Nummer und dem Jahr in dem die Klage eingegangen ist.“

Aktenzeichen! Wurzeln des deutschen Rechts

Vor dem Inkrafttreten des Bürgerlichen Gesetzbuchs herrschte auf dem Gebiet des 1871 gegründeten Deutschen Reichs Rechtszersplitterung. Es galt u. a. Gemeines Recht, das Preußische Allgemeine Landrecht (ALR) von 1794, der Code civil von 1804, Badisches Landrecht von 1810, der Codex Maximilianeus Bavaricus Civilis von 1756, das Jütische Recht von 1241, der Sachsenspiegel bzw. das gemeine Sachsenrecht und das Sächsische BGB von 1865. Die Forderung nach einem Bürgerlichen Gesetzbuch wuchs, der Erlass dazu wurde 1896 beschlossen und trat 1900 in Kraft. Die Grundlagen des BGB bauten auf der Tradition des überlieferten römischen Rechts, fußend auf dem Zwölftafelgesetz (entstanden um 450 v. Chr).

Germanisches Recht – mündlich überliefertes Gewohnheitsrecht der Volksgerichte

Die Stammesrechte entwickelten sich zu Landrechten im Mittelalter. Zu diesen bestanden Sonderrechte für bestimmte Berufs- oder Personenkreise. Die Reichsgesetzgebung beschränkte sich im Übrigen auf einzelne Verfassungsgesetze, z. B. die Goldene Bulle (1356). Im 13. Jahrhundert entstandene private Rechtsbücher (Sachsenspiegel / Schwabenspiegel), trugen zu größerer Rechtsangleichung bei. Das deutsche Recht des Mittelalters war inhaltlich durch starken sittlichen Gehalt sowie genossenschaftlichen und sozialen Geist geprägt.

Übergang vom mündlichen Verfahren zum geheimen Aktenprozess

Seit der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts wurde das deutsche Recht durch das spätrömische Recht des Corpus Iuris Civilis und das in Italien gelehrte zeitgenössische Recht beeinflusst. Der Übergang vom mündlichen Verfahren zum geheimen Aktenprozess bewirkte eine Entfremdung zwischen Justiz und Volk. Seit dem 18. Jahrhundert erstarkte besonders unter dem Einfluss des Naturrechts das deutsche Recht wieder. Die neuen Gesetzbücher (Preußisches Allgemeines Landrecht, österreichisches ABGB) erneuerten eine Reihe germanischer Rechtsgedanken.

Stil der Rechtssprache

Äußere Form des Rechts ist die Sprache. Der Sprachstil der Juristen bestimmt wesentlich den Wert ihrer Wissenschaft. Im Unterschied zur Sprache der Kunst und der Philologie erfüllt die Sprache des Rechts einen friedenssichernden und damit politischen Zweck. Je klarer die Rechtssprache ist, umso verlässlicher ist das Recht, sicherer die Bürgerfreiheit und höher die Rechtskultur.